Freitag, 10. April 2009

Ausblick auf die Prättigauer Computerstücke 2009

Eine Werkstatt und Bühne

-> für ´Computerstücke´ soll der von der Gemeinde Luzein zur Verfügung gestellte Raum sein.

-> Oder auch für Computermusik, die über-wörtlich verstanden ist und durch Computer-Bestandteilen produziert wird. Nicht gespielte oder generierte Klänge, sondern "logische" und selten auch mechanische Geräusche. Aktivitäten der elektronischen Komponenten eines Computersystems, die durch ihre Magnetfelder verraten werden. Logik die auditiv wahrgenommen werden kann.


Was heisst das konkret für das nächste Jahr? Nachdem ich durch den Raum zwischen Hardware und Software tingeln will, nähere ich mich aus zwei Richtungen.


Wie ist das Motherboard - der Träger all der elektronischen Komponenten eines Computers - aufgebaut? Kann ich mit einer hardware-nahen Programmiersprache die einzelnen Komponenten, beispielsweise Arbeitsspeicher, Festplatte, Laufwerk auf eine Weise reizen, dass interessante auditive Strukturen entstehen? Die wiederum auf „empfindsame“ Art Aufschluss über die internen Vorgänge geben. Oder gibt es Software-Tools, die ich nutzen kann, um ungewöhnliche Konfigurationen des Systems auszuprobieren?


Software verstehe ich hier als poetische Aktion. Das Programmieren ist dabei nicht mühsames Abarbeiten eines vordefinierten Weges, mit dem Ziel in der Funktion zu münden. Sondern purer Eigenzweck und abwegig - die Warnung in der Hilfe als Einladung verstanden. Stellen sich Hindernisse in den Weg, programmiere ich aussen herum oder biege ab, statt die Ursache verstehen zu wollen und eine Lösung zu suchen.


Auf diese Weise lernen die Computer aus dem Prättigau und ich uns kennen. Das macht noch kein `Computerstück`, ist aber notwendige Basisarbeit.


Ich werde einzelne Tage in Putz verbringen, die jeweils einem Thema und einem Rechner gewidmet sind. Eine spezifische Versuchsreihe wird durchgeführt. Auf dem Blog des „Museums in Bewegung“ wird eine Skizze der Versuche und die resultierenden Audio-Aufnahmen hinterlegt.